Franz-Benno Delonge

Franz-Benno Delonge

Franz-Benno Delonge (1957 - 2007)
Spieldesigner, Autor und Richter

Interviewauszüge / Pöppelkiste 2005

"Zum Spielen bin ich schon als kleines Kind gekommen, weil ich in den Ferien immer bei meiner Oma auf dem Land war, die mit zwei verwitweten Schwestern zusammenlebte und begeisterte Spielerin war.
Sie hatte alles, was es damals gab, und hat mir der Reihe nach Mensch-Ärgere-Dich-nicht, Mühle, Halma, Memory und Monopoly gezeigt.
Daneben wurde mir aber auch ein umfassender Kartenspielgrundkurs erteilt, beginnend mit Neunerln, endend mit Schafkopfen, das ich schon mit 10 Jahren ganz passabel spielen konnte."

Geboren am 13.05.1957 in München, begann Franz-Benno Delonge im Alter von 15 Jahren damit, sich selbst Spiele auszudenken. "Mit 14 oder 15 fing ich an, mir eigene Spiele auszudenken, die ich dann hingabevoll mit meinen jüngeren Brüdern ausprobiert habe." Seit 1991 schickte er Eigenerfindungen an Verlage ..."mit zunächst nicht meßbarem Erfolg, aber 1998 durfte ich dann endlich den ersten Vertrag unterschreiben." Seine erste Veröffentlichung konnte er 1999 mit dem Spiel „Big City“ vorweisen. Seine größten spielerischen Erfolge erzielte er mit den Spiele „Trans America“ (Nominierung zum „Spiel des Jahres“, 2002) und  „Manila“ (Deutscher Spiele Preis, 3. Platz, 2005).

Neben dem Spielen galt seine Leidenschaft seiner Familie, dem Fußball, dem Sammeln von Bierflaschen-Etiketten und dem Verfassen satirisch-philosophischer Bücher mit dem Schwerpunktthema Politik.

Den Zusammenhang zwischen seiner beruflichen Tätigkeit als Richter und seinem spielerischen Erfinder-Hobby erläuterte Franz-Benno Delonge in einem Interview aus dem Jahre 2005 wie folgt:
„Da sehe ich eigentlich überhaupt keinen Gegensatz. Sowenig es stimmt, dass Richter immer nur streng und todernst sein müssen, sowenig stimmt es, dass beim Spielen immer nur Frieden und Heiterkeit herrscht. Ich sehe zwischen Juristerei und Brettspielen sogar einige auffällige Gemeinsamkeiten: beides beschäftigt sich eher beobachtend und nachvollziehend mit Sachverhalten, die sich zunächst im „richtigen Leben“ real ereignen, bevor sie dann zum Gegenstand eines Brettspiels bzw. eines Prozesses werden.“

Nicht nur begründet durch seine richterliche Tätigkeit, verlor Franz-Benno Delonge nie die Balance zwischen einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und der Freude am spielerischen Wettbewerb, den er durch die Originalität seiner Ideen bis zuletzt leidenschaftlich bereicherte.

Franz-Benno Delonge verstarb am 2. September 2007 an einem Krebsleiden.

Seine Ideen leben mit jedem seiner Spiele in uns allen weiter.

Spiele

  • 2004 Goldbräu
  • 2005 Manila